
🌿 Allgemeines
Bulbophyllum ist die größte Gattung innerhalb der Familie der Orchidaceae, mit über 1800 Arten – eine der artenreichsten Gattungen des gesamten Pflanzenreichs. 🌍 Diese Orchideen stammen ursprünglich aus Australien, Südostasien, Afrika und Südamerika (mit der größten Vielfalt in Papua-Neuguinea) und kommen in tropischen und subtropischen Regen- und Nebelwäldern sowohl in hohen als auch in niedrigen Lagen vor. Ihr Wuchs variiert enorm: von terrestrischen Arten bis hin zu riesigen kletternden Epiphyten. Je nach Art können sie aus dem Rhizom oder aus dem Trieb blühen.
Die hier gemachten Angaben sind allgemeine Richtlinien: Bitte passe sie immer an deinen geografischen Standort, den Kulturort und die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Art an.
☀️ Licht
Aufgrund der enormen Vielfalt der Lebensräume ist es schwierig, allgemeingültige Angaben zu machen. Als Faustregel gilt: Je breiter die Blätter, desto weniger Licht wird benötigt. Bulbophyllum benötigen in der Regel ein mittleres Lichtniveau – weniger als Cattleya, aber mehr als Phalaenopsis. Ein hellerer Standort (ohne die Blätter zu verbrennen) fördert eine bessere und häufigere Blüte. Sie lassen sich bei guter Beleuchtung gut im Haus kultivieren. 💡
🌡️ Temperatur
Pflanzen für ein warm-gemäßigtes Klima: Ideal sind 21 bis 27 °C, sie passen sich jedoch an einen Bereich von 7–35 °C an. Sie vertragen keinen Frost. Um zu blühen, benötigen sie eine nächtliche Temperaturabsenkung von 6–8 °C. Arten aus den Hochlagen Papua-Neuguineas bevorzugen kühlere Temperaturen. Mindesttemperatur: 10 °C für tropische Formen, 15 °C für äquatoriale Arten. 🌙
💧 Wasser und Luftfeuchtigkeit
Viele Arten stammen aus sehr niederschlagsreichen Umgebungen und benötigen reichlich Wasser. Im Topf: alle 3–4 Tage gießen und zwischen den Wassergaben nur leicht abtrocknen lassen. Aufgebunden: sogar zweimal täglich. Wenn die neuen Blätter kleiner sind als die alten, hat die Pflanze Durst! 🚰
Das Substrat darf nie vollständig austrocknen. Im Winter kann man sie etwas trockener halten. Die ideale Luftfeuchtigkeit liegt bei etwa 60 %. Eine gute Luftzirkulation ist entscheidend, um Pilzerkrankungen der Blätter vorzubeugen. 💨
🌸 Blüte
Sie blühen hauptsächlich im Frühjahr, Frühsommer oder Frühherbst, können aber bei richtigen Bedingungen das ganze Jahr über blühen. Die Blüten variieren stark in ihrer Größe und sind hochspezialisiert, um bestimmte Bestäuber-Insekten anzulocken – viele haben einen starken, stechenden Geruch, der Fliegen anzieht. 🐝
⚗️ Düngung
Falls keine spezifischen Angaben für die Art vorliegen, verwende zweimal im Monat einen ausgewogenen Dünger:
- Für das Wachstum: 20-20-20 (NPK) – 1 g/L, alle 14 Tage
- Für die Blüte: 0-52-34 (MPK) – 1 g/L, alle 14 Tage
Für Teilungen verwende die halbe Konzentration. Jungpflanzen profitieren bis zur ersten Blüte von einem stickstoffreichen Dünger.
🪵 Substrat, Umtopfen und Vermehrung
Sie werden auf Holzplatten/Rinde, in flachen Töpfen oder in Körben kultiviert. Wichtig ist es, die Wurzeln konstant feucht zu halten. Sphagnum-Moos eignet sich hervorragend, da es Feuchtigkeit speichert, muss jedoch ersetzt werden, wenn es sich zu zersetzen beginnt oder Salze ansammelt. So selten wie möglich umtopfen, am besten alle 3 Jahre im Frühjahr oder Herbst. Für die Teilung verwende 1–2 Pseudobulben pro Teilstück mit sterilem Werkzeug und halte die Pflanzen während der Wurzelbildung in einer feuchten Umgebung. ♻️
🐛 Schädlinge und Probleme
Aufgrund der erforderlichen hohen Luftfeuchtigkeit sind Bulbophyllum anfällig für Pilz- und Bakterienerkrankungen: Wurzelfäule, Blattflecken, Vertrocknungen und Blütenverformungen. Ein guter Luftaustausch ist die beste Vorbeugung. 🚫

